Die folgende Nachricht zum Thema stammt von Claudia ,
richterc@rumms.uni-mannheim.de, 16. Dezember 03 um 21:34 Uhr:
Antwort auf: Re: (Problemhunde) Agression gegenüber Artgenossen geschickt von Steffen am 15. Dezember 03 um 16:02 Uhr:
Erst einmal vielen Dank an Steffen und Doris für eure ausführlichen Antworten! Hab mich sehr gefreut! An Kerstin: die Rangordnung zwischen mir und meinen Hunden ist absolut klar und wird auch nicht in Frage gestellt, und was die Erziehung betrifft, so tue ich mein bestes.
Steffen, du schreibst, ich sollte Situationen vermeiden, in denen sie dieses Verhalten weiter "trainieren" kann. Bei uns auf der Wiese lasse ich sie eigentlich immer ohne Leine laufen (natürlich nur, wenn der entgegenkommende Hund auch frei läuft), da die meisten Hundebesitzer sie kennen und wissen, dass sie bei einer Begegnung erstmal die Angeberin spielt, da aber nichts dahinter ist. Falls man sich dann eine Weile unterhält, ist nach kurzer Zeit das Thema gegessen, d.h. entweder ignoriert sie den anderen Hund oder beginnt zu spielen. Problematisch ist es eben dann, wenn man aneinander vorbeigeht, da sie dann mit dem Gefühl, den anderen Hund vertrieben zu haben, aus der Situation herausgeht. Ich war bis jetzt der Meinung, dass sich ihr Verhalten nur weiter verschlimmern würde, wenn ich den Kontakte zu anderen Hunden vermeide (und damit dem Problem einfach aus dem Weg gehe,was meiner Meinung nach jedoch keine Lösung ist) bzw. sie bei jeder Begegnung mit anderen Hunden anleine. Fühlt sie sich dadurch dann nicht noch unsicherer? Oder ist es eben sinnvoller, zuerst zu erreichen, dass sie sich an der Leine ruhig verhält und erst wenn das klappt, versuchen ohne Leine zu üben? Wenn es nicht zu einem direkten Kontakt kommt, d.h. der andere Hund noch etwas weiter entfernt ist, spurtet sie evtl. los, lässt sich aber inzwischen zurückrufen, bzw. schon bevor sie losrennt durch ein Kommando wie z.B. Fuss (mit dem Anreiz eines Leckerlies) oder Spiel ablenken.
Mich würde jetzt aber auch noch interessieren, was ihr zu meiner "Frusttrationstheorie" meint, denn ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ihr Verhalten jetzt eher auf Angst oder Frust oder beidem beruht. Für die Angst würde sprechen, dass sie eher grosse, als kleine Hunde (egal ob Rüde oder Hündin) "anmacht" und sich bei einer entgegenkommenden Hundegruppe vollkommen still verhält, wie auch dann, wenn meine andere (anderen Hunden gegenüber eher zurückhaltende Hündin) einen Bogen um einen bestimmten Hund macht. Allerdings hat sie, seit sie bei mir lebt (habe sie mit ca. 6 Monaten bekommen und weiss nichts über ihre Vorgeschichte) keine schlechten Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht. Dieses Verhalten hat sich erst nach und nach gezeigt. Andererseits spielt sie sich wiederum besonders gegenüber Schwächeren (d.h. jungen, sehr alten und sehr ruhigen Hunden) auf, was ja der Angsttheorie widersprechen würde. Könnte es sein, dass sie damit ihren Frust, dass sie von meiner anderen Hündin ständig zurechtgewiesen wird, ablässt; sie es eben ausnutzt, auch mal die Starke zu sein? Falls ja, gibt es noch eine andere Möglichkeit, ausser Stärkung des Selbstbewusstseins den Frust abzubauen bzw. zu verhindern? Möchte dazu noch sagen, dass ich die Rangfolge meiner Hunde untereinander akzeptiere, d.h. die dominantere bekommt zuerst ihren Napf gefüllt, darf zuerst ins Auto und wieder raus, achte aber darauf, ansonsten beide gleich zu behandeln, bzw. mich auch mit beiden einzeln zu beschäftigen, sei es nun Hundeplatz, kleine "Tricks" beibringen oder einfach nur spielen.
Vielen Dank im Vorraus!
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